Die Entdeckung einiger prähistorischer Ansiedlungen bezeugt, daß die ersten Einwohner des Trentino bereits in derAlt- und Mittelsteinzeit hier lebten. Es waren Jäger, die vor rund 9.000 Jahren ihre jahreszeitlich bedingten Lager vor allem an den Ufern der Seen auf relativ großer Höhe aufschlugen. Wenn wir uns in der Geschichte weit zurückversetzen, finden wir um ca. 40 v. Chr. - wie aufgrund von Ausgrabungsresten feststellbar ist - die Römer im Etschtal vor. Dieses bewies auch im Krieg gegen die rätische Bevölkerung, der unter der Herrschaft von Kaiser Augustus geführt wurde, seine strategische Rolle als Nord-Süd-Verbindung Europas.



Nach dem Niedergang des römischen Reiches wechselten einander bei der Herrschaft über das Trentino im Laufe der Jahrhunderte die Ostgoten, Langobarden, Franken ab, bis das Gebiet mit Ende des karolingischen Reiches zur südlichen Provinz Deutschlands wurde. Mit Beginn des Jahrtausends gingen die Aufgaben der Regierung und der Verteidigung dieses Landes, das einen so lebenswichtigen Durchgang darstellte, auf die Fürstbischöfe über (bis 1800 wechselten einander 51 ab), die zu direkten Feudalherren des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation ernannt wurden.

Ein Jahrhundert lang, von 1816 bis 1918, war das Trentino dem österreichischen Land Tirol angegliedert, dann drängten immer stärker werdende politische nationalistische und irredentistische Bewegungen auf eine Loslösung. Nach dem ersten Weltkrieg, in dem die Frontlinie zu Österreich im Trentino verlief, wurde die Nordgrenze Italiens über den Alpen neu gezogen, und 1927 wurden die Grenzen der Region Trentino-Südtirol und der beiden Autonomen Provinzen Trient und Bozen festgelegt.

Ein historisches Datum ist der 5. September 1946, als Degasperi und Gruber (österreichischer Außenminister) das nach ihnen benannte Abkommen unterzeichneten. Es bildete die institutionelle Grundlage für das Autonomiestatut von 1972, mit dem das Trentino zu einer autonomen Provinz wurde.

Ein Meilenstein in der Geschichte der katholischen Kirche war das Konzil von Trient (1545 - 1563), das der Stadt einen Ruf verlieh, der für die damalige Zeit von universeller Tragweite war. Die Kirchenversammlung wurde vom humanistischen Kardinal Bernardo Clesio vorbereitet, der einen wichtigen Prozeß kultureller und künstlerischer Erneuerung einleitete. Er starb kurz vor Beginn des Konzils, Nachfolger wurde Cristoforo Madruzzo, ein Kardinal, der würdiger Erbe eines so reichen geistigen und kulturellen Gutes war.